"Papst-Stadt" Chiclayo fiebert Peru-Besuch von Leo XIV. entgegen
05.11.202612:29
Peru/Vatikan/Papst/Kirche/Papstreise
Große Vorfreude auf den früheren Bischof - Von Tobias Käufer (KNA)
Chiclayo, 05.11.2026 (KAP/KNA) Seit Wochen haben die Touristen im nordperuanischen Chiclayo ein neues Lieblingsziel. Gleich hinter dem linken Tor der Kathedrale wartet Papst Leo XIV. auf die Besucher des Gotteshauses. Als lebensgroßes Foto auf Pappkarton wird das Kirchenoberhaupt immer wieder für Schnappschüsse mit dem Mobiltelefon aufgesucht.
Seit der Wahl von Kardinal Robert Francis Prevost zu Papst Leo XIV. im vergangenen Jahr herrscht in Chiclayo eine Art Ausnahmezustand. Und seit bekannt ist, dass er die Diözese, in der er von 2015 bis 2023 als Bischof tätig war, vom 13. bis 15. November besucht, herrscht aufgeregte Betriebsamkeit. Der lächelnde Papst auf Pappe ist da nur ein kleiner Mosaikstein.
Sein Konterfei blickt auch vom Balkon des Rathauses auf das Treiben auf dem Hauptplatz vor der Kathedrale. Helfer sind wenige Tage vor der Ankunft des Papstes in der Andennation am 11. November noch damit beschäftigt, die Fassade des Rathauses aufzuhübschen. Hinter dem schwarzen Gitter des Haupteingangs wartet dann eine Papst-Ausstellung auf die Besucherinnen und Besucher.
In Gummistiefeln zu den Menschen
"Der Papst hat so viel für Peru getan", sagt Touristenführerin Ayni, die durch die Ausstellung begleitet. Zu sehen sind Motive aus der peruanischen Zeit von Prevost: In Gummistiefeln nach einer Überschwemmung hilft er der örtlichen Bevölkerung. Das Bild ist wieder aktuell, denn nach heftigen Regenfällen hat die Regierung in Lima in dieser Woche den Notstand für den Norden Perus ausgerufen.
Betroffen sind weite Teile des Departements Lambayeque an der Nordküste. Da kommt ein Trost spendender Papst zur richtigen Zeit. Auf den Pampas de Pimentel, einer riesigen Freifläche einige Kilometer von Chiclayo entfernt, werden am 13. November eine Million Menschen zu einer Messe mit dem katholischen Kirchenoberhaupt erwartet.
Die Wolkenbrüche sind laut lokalen Medienberichten auf das Klimaphänomen El Nino zurückzuführen. Perus Staatspräsidentin Keiko Fujimori sagte am Sonntag wegen der Notlage ihre Teilnahme am Iberoamerikanischen Gipfel in Madrid ab.
Ein Bischof auf Augenhöhe
"Von Chicago über Chiclayo nach Rom" ist das Motto zu den Bildern der Ausstellung. Sie geben einen Eindruck davon, warum die Menschen hier "ihren Papst", der aus der US-amerikanischen Metropole stammt, so tief in ihr Herz geschlossen haben. "Er hat humanitäre Hilfe organisiert, ist auf einem Esel geritten, hat während der Pandemie Lebensmittel verteilt", berichtet Touristen-Guide Anyi. Vor allem aber sei er den Menschen immer auf Augenhöhe begegnet, habe sie nicht belehrt, sondern ihnen zugehört.
Viele Bilder, die nach der Papstwahl im Mai 2025 um die Welt gingen, illustrieren Einsätze und Besuche von Bischof Robert Prevost quer durch Peru. Eine Büste des Papstes und ein Bischofsgewand hinter Glas runden die Ausstellung ab.
Gebäck zu Ehren des Papstes
"Chiclayo, Ciudad del Papa Leon XIV." - Chiclayo, Stadt von Papst Leo XIV. - steht auf einem großen Schild in einem Park des historischen Zentrums. Und ob nun die sechs Meter hohe Papst-Statue am südlichen Stadteingang, die zahlreichen bunten Wandgemälde oder das traditionelle Gebäck Alfajor, das zu seinen Ehren in "Dulce Bendicion" (Süßer Segen) umbenannt wurde - die Stadt ist regelrecht im "Papst-Fieber".
Gleich neben der Kathedrale konkurrieren zwei Restaurants um den Ruf als ehemaliges Lieblingslokal des jetzigen Papstes. Sie präsentieren ihren Gästen Bilder des Bischofs von Chiclayo, der einst hier gespeist hat.
Eine "Leo-Route" durch Peru
Weil es inzwischen ein großes internationales Interesse am einstigen Wirken des heutigen Kirchenoberhaupts in der Region gibt, haben Staat, Provinz und Stadt eine "Leo-Route" ins Leben gerufen. Sie verbindet alle wichtigen Stationen, an denen Leo XIV. in Peru tätig war. Die anstehende Papstreise dürfte nun weiteres Material liefern.
Papst Leo XIV. wird am Freitagabend zum Auftakt seiner elftägigen Südamerika-Reise in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo erwartet. Anschließend will er vom 8. bis 11. November Argentinien besuchen und danach bis zum 17. November zu seinem "Heimspiel" in Peru sein.
Nicht einmal vier Wochen nach seiner Lungen-OP besucht der Papst vom 6. bis 17. November drei Länder Südamerikas - Das Programm in Uruguay, Argentinien und Peru hat es in sich - Von Kathpress-Rom-Korrespondent Ludwig Ring-Eifel
Lange Zeit in Cusco tätiger Missionspriester Dumont im Kathpress-Interview über den "Herrn der Erdbeben", Synkretismus und die große Bedeutung von Katechisten und dem Rosenkranz für die Glaubensweitergabe in den Bergdörfern von Peru