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Sant'Egidio-Friedenstreffen in Assisi mit österreichischer Beteiligung

16.10.2026 12:52
Österreich/Italien/Religionsdialog/Friedensgespräche/Religion/Gesellschaft/Papst
Zum 40. Jahrestag des ersten interreligiösen Friedensgebets kommen auch Jugendliche, Flüchtlinge und kirchliche Vertreter aus Österreich - Hoffen auf Teilnahme von Papst Leo XIV.
Innsbruck/Assisi, 16.10.2026 (KAP) Mit einer österreichischen Delegation findet vom 25. bis 27. Oktober in Assisi das internationale Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant'Egidio statt. Das Treffen feiert heuer ein Jubiläum: Genau 40 Jahre ist es her, dass Papst Johannes Paul II. (1978-2005) die interreligiöse Veranstaltung ins Leben rief. Zur diesjährigen Auflage werden 380 Persönlichkeiten aus Religion, Kultur und Politik aus 53 Ländern in dem italienischen Wallfahrtsort erwartet. Im Mittelpunkt stehen der Dialog zwischen Religionen und Kulturen sowie gemeinsame Bemühungen um Frieden angesichts anhaltender Kriege. Ob Papst Leo XIV. wie ursprünglich geplant teilnehmen kann, ist von seinem weiteren Genesungsverlauf abhängig.

Aus Österreich reisen unter anderem Jugendliche und Studierende aus Wien und Innsbruck, kirchliche Vertreter sowie Menschen mit Fluchterfahrung aus der Ukraine, Syrien und dem Libanon an. Bischof Wilhelm Krautwaschl nimmt mit einer Ministrantengruppe aus Graz teil, Pfarrer Franz Troyer aus Innsbruck mit einer Pilgergruppe. Sant'Egidio ist in Österreich vor allem in Innsbruck verankert, hat aber auch Kontakte und Gebetsgruppen in Wien und anderen Städten.

"Im Gebet tragen wir das Treffen immer schon das ganze Jahr mit", sagte die österreichische Sant'Egidio-Koordinatorin Vera Merkel der Nachrichtenagentur Kathpress (Freitag). Der sogenannte Geist von Assisi solle nicht auf die jährliche Veranstaltung beschränkt bleiben, sondern sich im Alltag bewähren: durch Freundschaft mit Menschen in Armut, Begegnungen mit Angehörigen anderer Religionen und den Versuch, gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden. Gerade junge Menschen wolle man ermutigen, sich für Frieden und Verständigung einzusetzen.

Das Treffen sei mehr als eine dreitägige Veranstaltung, betonte Merkel. Die Teilnehmer kehrten mit einem gemeinsam erarbeiteten Friedensappell in ihre Länder und Gemeinschaften zurück, wo sie das Anliegen weitertragen sollten. Der Dialog könne auch dann Fortschritte ermöglichen, wenn die Gesprächspartner politisch oder religiös weit auseinanderlägen. "Besser man streitet am Tisch als auf dem Schlachtfeld", zitierte Merkel einen früheren Teilnehmer. Begegnungen und Gespräche in Pausen seien dabei oft ebenso wichtig wie die offiziellen Podien.

Am 27. Oktober, dem Jahrestag des ersten Friedensgebets von 1986, sollen Vertreter von rund 80 Religionsgemeinschaften gemeinsam mit Papst Leo XIV. einen Friedensappell verkünden und unterzeichnen. Während christliche Vertreter in der Franziskus-Basilika beten, sind für Angehörige anderer Religionen eigene Gebetsorte vorgesehen. Das dreitägige Programm behandelt unter anderem Migration, Armut, die Lage junger Menschen, Menschenwürde, atomare Bedrohungen und Klimawandel. Das Motto lautet 2026: "Unbewaffneter und entwaffnender Friede", ein Zitat von Papst Leo XIV.

Merkel hofft auf die Teilnahme des Papstes, betont aber, dass das Friedensengagement nicht von seiner Anwesenheit abhänge. Auch angesichts des Krieges in der Ukraine sei es wichtig, den Aufbau des Friedens nicht auf die Zeit nach einem Konflikt zu verschieben. Ukrainische Freunde hätten ihr vermittelt, dass der Krieg nicht ewig dauern werde und man schon jetzt mit der Arbeit am Frieden beginnen müsse.

Das erste interreligiöse Friedensgebet in Assisi hatte Johannes Paul II. am 27. Oktober 1986 einberufen. Es gilt als wichtiger Impuls für den interreligiösen Dialog. Sant'Egidio führt die jährlichen internationalen Friedenstreffen in diesem Geist fort.
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