Paris: 78.000 Jugendliche beten mit dem Papst im Nationalstadion
25.09.202623:23
Frankreich/Vatikan/Papst/Kirche/Jugendliche
Viele Likes, viel Besitz, aber am Ende allein: Vor solch einem Leben warnt Leo XIV. junge Franzosen. Doch am Freitag zeigte sich ein anderes Bild: Zehntausende Jugendliche feierten und beteten gemeinsam mit dem Papst.
Paris, 25.09.2026 (KAP) Knapp 80.000 junge Franzosen haben am Freitagabend gemeinsam mit Papst Leo XIV. gefeiert und gebetet. Musik, ein Schauspiel über die Heiligen des Landes und ein Feuerwerk stimmten auf das Abendgebet im französischen Nationalstadion ein. "Merci", bedankte sich der Papst spontan bei der jubelnden Menge in Paris. "Danke an Gott. Danke an euch. Danke für euren Mut. Danke für eure Anwesenheit. Danke für euren Glauben. Ihr seid die Heiligen Frankreichs!"
In seiner Ansprache ermutigte der Papst die Teilnehmenden, stets nach dem Guten zu streben. Dabei reiche es nicht aus, das Böse zu meiden: "Man muss sich für das Gute entscheiden", erklärte er. "Das Gute zu wählen ist der eigentliche Akt der Freiheit, durch den diese sich verwirklicht, verbessert und reift."
Das Kirchenoberhaupt riet den jungen Menschen: "Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, denkt an dieses Kriterium: Das Gute schenkt Leben und nimmt es niemals weg. Das Gute sorgt für andere, es nimmt nichts für sich selbst. Das Gute ist nicht nur ein schönes Wort, sondern das strahlende Antlitz der Liebe: Es ist Gott in Person!"
Allein trotz "Likes"
Leo XIV. warnte die Teilnehmenden zwischen 17 und 35 Jahren vor Stolz, Eitelkeit, Gewalt und Habsucht. Der Egoismus, der diese Gefühle kennzeichne, verdecke eine furchtbare Einsamkeit. "Um die Nähe zu Gott und die menschliche Geschwisterlichkeit verspüren zu können, muss man also diese Gier zurückweisen, die dazu führt, dass man Beziehungen konsumiert, ohne etwas zurückzugeben, und sich mit Dingen vollstopft, die einen nicht nähren."
Diese Lebensweise, in der man alles haben wolle, führe dazu, dass man am Ende niemand sei. Man erhalte eine Menge Likes, aber bleibe mit sich selbst allein. "Wenn wir uns entschließen, solch einem Lebensstil nicht zu folgen, beginnen wir, nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut zu streben", erklärte der Papst. "Entscheiden wir uns also an diesem Abend gemeinsam für die Tugenden, die wir entwickeln müssen, um dem Herrn zu folgen."
Riesige Freiluftmesse am Samstag
Das Abendgebet im Pariser Stadtteil Saint-Denis war der letzte Programmpunkt des ersten Reisetages von Papst Leo XIV. in Frankreich. Anschließend zog er sich in seine Unterkunft in der französischen Vatikanbotschaft zurück. Auch den zweiten Tag wird er hauptsächlich in Paris verbringen; am Nachmittag ist eine riesige Freiluftmesse mit Hunderttausenden Teilnehmern auf der Place de la Concorde geplant. Am Samstagabend reist Leo XIV. weiter in den Marienwallfahrtsort Lourdes.