Leo XIV. verteidigt Liturgiereform und warnt vor Missbräuchen
26.08.202611:04
Vatikan/Papst/Kirche/Liturgiereform/Geschichte
Papst stellt sich erneut hinter die Liturgiereformen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil - Zugleich warnt er vor Fehlentwicklungen und ruft zu einer würdevollen und einfachen Feier der Messe auf
Vatikanstadt, 26.08.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat die Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil verteidigt. Der Wunsch nach einer aktiven Teilnahme der Gläubigen an der Messe sei nicht plötzlich entstanden, sondern habe sich bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt, erklärte Leo XIV. am Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Petersdom. Ziel sei es gewesen, den Reichtum der biblischen Texte und Gebete allen Gläubigen besser zugänglich zu machen und den Ablauf der Feier übersichtlicher zu gestalten, so der Papst.
Zudem habe sich die Liturgie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder weiterentwickelt und verändert. "Das Lehramt hat ihre Formen an die Bedürfnisse der verschiedenen Epochen angepasst", sagte der Papst. Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) angestoßene Liturgiereform stehe damit in der Tradition einer lebendigen Kirche.
Gegen Missbräuche in der Liturgie
Dieses Verständnis ermögliche es, "die Missbräuche zurückzuweisen, die in der nachkonziliaren Zeit in einigen Bereichen der Kirche aufgetreten sind und die leider manchmal auch heute noch vorkommen", so Leo XIV. Bei einem Teil der Katholiken ist die Modernisierung der Liturgie seit Jahrzehnten umstritten. Einige traditionalistische Gruppierungen lehnen die Reformen ab.
Der Papst erinnerte zudem daran, dass liturgische Feiern keine privaten Handlungen seien. Es sei daher vor allem Aufgabe der Bischöfe, aber auch jedes einzelnen Priesters, "eine Liturgie zu bewahren und zu fördern, die unter Einhaltung der liturgischen Normen durch edle Einfachheit glänzt und so die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche offenbart".