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Theologin warnt: AfD könnte Kirchen zu Selbstentkernung zwingen

26.08.2026 11:06
Deutschland/Kirche/Politik/Parteien/Christentum/AfD
Deutsche Fundamentaltheologin Keul in Beitrag auf Portal "feinschwarz": AfD will Rechtsruck christlicher Kirchen, Institutionen und Bewegungen erzwingen
Wien/Würzburg, 26.08.2026 (KAP/KNA) Eine mögliche AfD-Landesregierung im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt würde nach Ansicht der Theologin Hildegund Keul für kirchliche Einrichtungen nur noch "Fördergelder gegen Selbstentkernung" verteilen. In einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag für das theologische Portal "feinschwarz.net" schreibt die Würzburger Fundamentaltheologin: "Wenn man nach einem möglichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt Fördergelder für eine Institution oder auch für ein Projekt erhalten wollte, so müsste man sich der rechtsextremen Agenda der Partei unterwerfen."

Die Theologin konkretisiert: "Nichts zum Klimawandel, keine Gendergerechtigkeit, und um Himmelswillen nichts Positives über Migrant*innen." Mit dem Entzug von Fördergeldern würde die Möglichkeit zur Erpressung eröffnet. Keul analysiert, durch den so erzeugten Homogenisierungsdruck solle ein Rechtsruck erzwungen werden. "Was würde man tun, wenn man ein großartiges Projekt nur finanzieren könnte, wenn man bestimmte Themen auslässt, Formulierungen einhegt, faule Kompromisse eingeht? Bildungsinstitutionen, Gemeinden, Caritas und Diakonie müssten sich selbst entkernen, um Fördergelder zu erhalten", schreibt Keul.

Analyse von Wahlkampf-Flyer

Die Theologin analysiert in ihrem Gastbeitrag einen Wahlkampf-Flyer der AfD in Sachsen-Anhalt, in dem die Partei die Kirchen in KI-generierten Bildern als vom Teufel gesteuert darstelle. Mittels Unheilsdrohung durch Dämonisierung versuche die AfD, ihrer Anhängerschaft klarzumachen, dass sie der Rettung durch charismatisch-autoritäre Herrschaft bedarf. Charismatische Herrschaft wiederum lebe von einer Mission, die als göttlich propagiert werde. Die AfD habe vor, das den Kirchen zu entziehende Geld stattdessen an "authentisches Christentum in kleineren Kirchen" zu geben, so Keul. Explizit genannt würden "Baptisten" und "orthodoxe Kirchen".

Der Wahlkampf-Flyer stigmatisiere die Kirchen als "antichristlich" und "pervers", während die AfD angeblich die "einzige relevante politische Kraft" sein soll, die das Christentum verteidige. "Dies ist jedoch angesichts ihrer Politik, die die Gewaltbereitschaft der Bevölkerung allerorten zu steigern versucht - gegen Migrant*innen, gegen queere Menschen, gegen Menschen mit Behinderung, gegen die Klimaschutzbewegung - nur perfide zu nennen", betont Keul.

Die AfD ziele im Streben nach charismatischer Herrschaft darauf, einen Rechtsruck christlicher Kirchen, Institutionen und Bewegungen zu erzwingen. "Dies ist kirchlich und gesellschaftlich gefährlich", so die Theologin. Sie warnt: Heutzutage ziele charismatische Herrschaft, die auf die Sehnsucht vieler Menschen nach autoritärer Politik setze, auf die Zerstörung regelbasierter Demokratien.
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