Ursulinen in Graz feiern 340-jähriges Wirken im Dienst der Bildung
11.07.202608:49
Österreich/Kirche/Schule/Orden
Erste Schuleröffnung 1686 - Frauenorden betreibt bis heute Schulen und Kindergärten
Graz, 11.07.2026 (KAP) Mit einem Festakt haben die Grazer Ursulinen ihr 340-jähriges Wirken in der steirischen Landeshauptstadt gefeiert. Das Jubiläum des Frauenordens, der heute neben dem Konvent auch Schulen und Kindergärten betreibt, wurde mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik und Bildungsbereich sowie Schülerinnen, Schülern und Mitarbeitenden am seit 125 Jahren bestehenden Standort in der Leonhardstraße gefeiert, wie das steirische "Sonntagsblatt" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Das Jubiläum stehe für "Beständigkeit, eine gelebte Bildungstradition und für zahlreiche Generationen, die hier ein Wertefundament vermittelt bekommen haben", erklärte Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom.
Gratuliert wurde bei der Feier auf Initiative der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums per Videobotschaft auch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Über die Apostolische Nuntiatur in Wien erhielten die Ursulinen Gruß- und Segensworte von Papst Leo XIV. Auch ihm hatten die Schülerinnen und Schüler geschrieben und von den Jubiläen berichtet. Den Segen spendete am Ende der Veranstaltung der Grazer Weihbischof Johannes Freitag.
In ihrer Festrede betonte die emeritierte Kirchenhistorikerin Anne Conrad den revolutionären Ansatz der Ordensgründerin Angela Merici im 16. Jahrhundert: Frauen sollten nicht hinter Klostermauern leben, sondern mitten in der Gesellschaft wirken, Mädchen bilden und Familien stärken. Aus der Idee heraus sei ein weltweites Bildungsnetz entstanden, das bis heute bestehe.
Die Grazer Ordensgeschichte begann im Jahr 1686, als die ersten vier Schwestern auf Wunsch der Grazer Bevölkerung in die Stadt kamen und ein Haus am damaligen Fischmarkt bezogen. Bereits wenige Wochen später eröffnete die erste Schule. Aufgrund des großen Vertrauens der Familien sei die Einrichtung rasant gewachsen: Schon bald unterrichteten die Schwestern mehr als 200 Mädchen und führten ein Pensionat für Töchter des steirischen Adels. Neben religiöser Bildung standen Lesen, Schreiben, Handarbeit, Französisch sowie später auch Musik und Theater auf dem Stundenplan.