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Ukraine plant Nationalpantheon auf Gelände von Kiewer Höhlenkloster

10.07.2026 10:36
Ukraine/Regierung/Gedenkstätten/Kirche/Orthodoxie
Ukrainische Orthodoxe Kirche sieht religiöse Bedeutung bedroht
Kiew, 10.07.2026 (KAP/KNA) Die ukrainische Regierung will auf dem Gelände des Kiewer Höhlenklosters ein Nationalpantheon errichten. Das sieht eine am 1. Juli verabschiedete Resolution des Ministerkabinetts vor, wie die Informations- und Bildungsabteilung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) mitteilte.

Das Pantheon soll demnach Teil des staatlich verwalteten Nationalreservats Kiewer Höhlenkloster werden. Das Ukrainische Institut für nationales Gedenken wurde beauftragt, ein Konzept und die Struktur der Gedenkstätte auszuarbeiten. Das Kulturministerium soll einen konkreten Standort auf dem Klostergelände festlegen und einen Architekturwettbewerb vorbereiten.

Nach Angaben der Regierung sollen dort Menschen geehrt werden, die einen außergewöhnlichen Beitrag zum Kampf für die Unabhängigkeit der Ukraine, zum Staatsaufbau sowie zur Entwicklung von Militär, Wissenschaft, Kultur und anderen Bereichen geleistet haben.

Das Kiewer Höhlenkloster zählt zu den ältesten und bedeutendsten orthodoxen Stätten der Ukraine. Zwischen den ukrainischen Behörden und der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) gibt es seit längerem Streit um die Nutzung des Geländes. Die Behörden werfen der Kirche Verbindungen zum Moskauer Patriarchat vor. Die UOK weist dies zurück.

Kirche sieht religiöse Bedeutung bedroht

In den vergangenen Jahren waren bereits mehrere Kirchen des Klosters der UOK entzogen worden. Auch ihr Priesterseminar musste das Gelände verlassen. Die Kirche kritisiert, dass die religiöse Bedeutung des Klosters zunehmend in den Hintergrund gedrängt werde. Unter anderem seien Reliquien der in den Höhlen verehrten Mönche staatlicherseits als Kulturgüter eingestuft worden. Auf dem Gelände finden inzwischen auch weltliche Veranstaltungen statt.
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