Früherer melkitischer Patriarchalvikar von Jerusalem gestorben
09.07.202611:47
Israel/Palästina/Kirche
Erzbischof Joseph Jules Zerey stand bis 2018 an der Spitze der Jerusalemer Melkiten
Jerusalem, 09.07.2026 (KAP/KNA) Die griechisch-katholische melkitische Kirche in Jerusalem trauert um ihren früheren Patriarchalvikar. Erzbischof Joseph Jules Zerey starb am Mittwoch nach langjähriger Krankheit im Alter von 85 Jahren auf der Krankenstation der Heilig-Land-Franziskaner in der Jerusalemer Altstadt, wie die Kustodie bestätigte.
Der am 9. Juni 1941 im ägyptischen Alexandria geborene Zerey amtierte von 2008 bis 2018 als Apostolischer Vikar für Jerusalem. Zuvor war er von 2001 bis 2008 als Patriarchalvikar für Ägypten und den Sudan zuständig.
Nach dem Theologiestudium in Jerusalem wurde Zerey 1967 in Alexandria zum Priester geweiht. Er wirkte von 1967 bis 1972 an der Patriarchatsschule in Kairo sowie bis zu seiner Ernennung zum Titularerzbischof 2001 als Oberer der Patriarchatsschule in Heliopolis. Zerey war Großprior des Patriarchalischen Ordens vom Heiligen Kreuz zu Jerusalem. 2010 nahm er an der Bischofssynode für den Nahen Osten in Rom teil.
Der mit Rom unierten melkitischen Kirche gehören laut der Stiftung Pro Oriente rund 1,6 Millionen Christen an; etwa die Hälfte lebt in Auslandsgemeinden in Brasilien, Argentinien und Australien. Zum Patriarchen auf Lebenszeit wählte die Synode 2017 den Syrer Joseph Absi (80). Zur Jerusalemer Eparchie gehören nach Kirchenangaben neben der Kathedrale Unserer Lieben Frau der Verkündigung in Jerusalem sieben Pfarren, sechs Ordenshäuser, zwei Schulen und ein Kindergarten in Israel und dem Westjordanland.