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Irakischer Regierungschef besucht neuen Chaldäer-Patriarchen

26.05.2026 16:27
Irak/Kirche/Regierung
Begegnung am Sitz des Patriarchen in Bagdad kurz vor offizieller Amtseinführung von Patriarch Paul III. Nona am kommenden Freitag
Bagdad, 26.05.2026 (KAP) Der neue Patriarch der Chaldäisch-katholischen Kirche, Paul III. Nona, ist mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi zusammengetroffen. Die Begegnung fand am Dienstag am Sitz des Patriarchen in Bagdad statt. Der 58-jährige Patriarch wird am kommenden Freitag (29. Mai) im Rahmen einer Liturgie in der St.-Joseph-Kathedrale der irakischen Hauptstadt offiziell in sein Amt eingeführt. Al-Saidi wiederum ist seit wenigen Tagen mit 40 Jahren der bisher jüngste Ministerpräsident des Irak.

Der Regierungschef gratulierte dem Oberhaupt der größten christlichen Minderheit im Irak zur Wahl und bekräftigte laut staatlicher Nachrichtenagentur INA seine Entschlossenheit, mit allen Parteien zusammenzuarbeiten, um das nationale Gefüge des Irak zu stärken, und betonte, dass die Christen ein fester Bestandteil des irakischen Volkes seien.

Paul III. betonte laut Mitteilung des Patriarchats, wie wichtig es sei, die Vielfalt der Religionen im Irak zu bewahren. Bei der Begegnung seien die bestehenden Herausforderungen für das Land diskutiert worden. Der Patriarch und die weiteren anwesenden Bischöfe der chaldäischen Kirchen hätten auch die für die Christen im Land bestehenden Schwierigkeiten dargelegt. Wegen Krieg, Verfolgung und fehlender Zukunftsperspektiven haben seit 2023 nach Schätzungen rund eine Million Christen den Irak verlassen.

Die Synode der chaldäisch-katholischen Bischöfe hatten Nona, langjähriger Erzbischof der Chaldäer in Sydney (2015-2026), am 12. April in Rom zum Nachfolger von Patriarch Louis Raphael I. Sako gewählt. Die mit Rom verbundenen ("unierten") Ostkirchen wählen ihre Oberhäupter selbstständig; der Papst gewährt ihnen dann die kirchliche Gemeinschaft.

Der neue Patriarch kennt die Auswirkungen von Krieg und Vertreibung aus persönlicher Erfahrung. Als damaliger Erzbischof von Mossul erlebte er den Vormarsch der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Jahr 2014 unmittelbar mit. Während der Besetzung der Stadt mussten hunderttausend Christen und andere Minderheiten aus ihrer Heimat fliehen. Auch Nonas eigene Gemeinde wurde vollständig vertrieben.
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