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Patientin und Ärztin oder Pflegerin reichen sich die Hand
Bild Copyright: © Barmherzige Brüder

Pflege: Diakonie pocht auf bessere Gesundheitsvorsorge im Alter

26.05.2026 15:29
Österreich/Langzeitpflege/Hilfsorganisation/Medizin & Gesundheit
Direktorin Moser: Prävention von Pflegebedarf "entscheidender Hebel zur Entlastung des Systems"
Wien, 26.05.2026 (KAP) Die Diakonie drängt auf stärkere Prävention in der Pflege und sieht darin einen entscheidenden Hebel zur Entlastung des Systems. "Vorsorge statt Versorgung" müsse zum Leitprinzip werden, sagte Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Es gehe nicht nur um zusätzliche Mittel, sondern darum, Pflegebedarf möglichst zu vermeiden oder hinauszuzögern.

Konkret fordert die Diakonie mehr Maßnahmen zur Sturzvermeidung, regelmäßige "Medikationschecks", bessere Delir-Prävention sowie ein funktionierendes Entlassungsmanagement nach Krankenhausaufenthalten. Gerade hochaltrige Menschen würden oft zu früh ins Pflegeheim kommen, obwohl längere Selbstständigkeit möglich wäre.

Sturzprävention und "Medikationschecks"

Als großes Problem gelten Stürze im Alter. Diese seien häufig Auslöser für Krankenhausaufenthalte und spätere Übersiedlungen ins Pflegeheim. Nötig seien etwa Beratungen zuhause, um Gefahrenquellen wie Teppiche oder fehlende Haltegriffe zu beseitigen. Laut Berechnungen des Hilfswerks verursachen Defizite bei Sturzprävention und Nachsorge jährlich Kosten von rund 1,7 Milliarden Euro.

Auch regelmäßige Überprüfungen von Medikamenten seien notwendig. Viele ältere Menschen nähmen zahlreiche Präparate gleichzeitig ein. Fehler oder Wechselwirkungen könnten Schwindel, Stürze und erneute Krankenhausaufenthalte auslösen. Das im Regierungsprogramm vorgesehene Modell einer einmaligen Analyse vor der Entlassung greife "zu kurz", so die Diakonie.

Verbesserungsbedarf sieht die Organisation zudem beim Umgang mit Delir-Erkrankungen. Diese würden oft mit Demenz verwechselt, obwohl sie vielfach behandelbar seien. Vor allem in Krankenhäusern brauche es Konzepte zur Vermeidung, Erkennung und Behandlung solcher akuten Verwirrungszustände.

Entscheidend sei außerdem, dass Menschen nur dann aus dem Krankenhaus entlassen werden, wenn die Betreuung zuhause gesichert sei. Dafür brauche es österreichweit leistbare Angebote für Akut- und Übergangspflege sowie Pflegenotdienste.
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