Ungewöhnliche Geste zum 1. Todestag von Franziskus
Vatikanstadt, 21.04.2026 (KAP) Ungewöhnliche Geste in der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" ein Jahr nach dem Tod von Papst Franziskus: Das amtierende italienische Staatsoberhaupt Sergio Mattarella hat dort einen Artikel veröffentlicht.
Der in der Dienstagsausgabe erschienene Text beginnt mit den Worten: "Ein Jahr ist seit dem Tod des geliebten Papstes Franziskus vergangen und das italienische Volk bewahrt die Erinnerung an ihn und an seine Lehre mit Zuneigung und Dankbarkeit."
Ohne Titel und Amtsbezeichnung
Unterzeichnet ist der streckenweise persönlich gehaltene Nachruf nach einem Jahr schlicht mit "Sergio Mattarella", ohne jegliche Titel oder Amtsbezeichnung. Der heute 84-Jährige ist seit 2015 Italiens Staatsoberhaupt und hat Papst Franziskus in dieser Eigenschaft immer wieder getroffen.
In seinem Text über den am 21. April 2025 verstorbenen Papst erinnert Mattarella an die "unzerstörbaren Spuren, die er in der Geschichte der Menschheit, im Leben der Kirche und im Gewissen der Friedensstifter und jener, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, hinterlassen hat".
Erinnerung an die Coronazeit
Besonders intensiv erinnert Mattarella in seinen Ausführungen an das symbolträchtige Gebet des Papstes auf dem menschenleeren Petersplatz während der Corona-Pandemie am 27. März 2020. In dieser Situation sei Franziskus für die gesamte Welt die Stimme der Menschlichkeit gewesen. Die Erinnerung an die gemeinsamen Gespräche, die Mattarella als "nüchtern und tiefgehend" bezeichnet, seien für ihn ein wertvolles Erbe.
Bis ans Ende, so Mattarella abschließend, sei Franziskus auch während seiner langen und schweren Krankheit ein unermüdlicher Botschafter des Friedens und der Liebe geblieben. Seine Lehre bleibe für alle Menschen des Friedens eine Stütze und Hoffnung.