Südwestafrikanisches Land ist ab Samstag dritte Station der Afrika-Reise von Leo XVI.
Wien/Luanda, 17.04.2026 (KAP) Die Kirche in Angola erhofft sich vom am Samstag beginnenden Papstbesuch ein Ende der politischen und sozialen Spaltungen im Land. Wie die Bischofskonferenz des afrikanischen Landes in einem dem päpstlichen Hilfswerk "Kirche in Not" (ACN) vorliegenden Hirtenbrief erklärte, könne man den "Boten des Friedens" nicht mit einem Herzen voller Hass und Groll empfangen. "Die Versöhnung muss in jedem Herzen, in jeder Familie und in jeder zivilgesellschaftlichen oder parteipolitischen Organisation beginnen", so die Bischöfe.
Angola war länger als die meisten anderen afrikanischen Staaten Kolonie und wurde erst 1975 von Portugal unabhängig. Es folgte ein langjähriger Bürgerkrieg, dessen Folgen bis heute fortwirken: Gesellschaftliche Spaltungen und Armut prägen vielerorts immer noch den Alltag. Der südwestafrikanische Staat ist ein Land der Ungleichheiten: sichtbarer Boom einerseits, Armut und Ungerechtigkeit andererseits. Verschiedenen Analysen zufolge gilt die Hälfte der Einwohner als arm und lebt - statistisch gesehen - von weniger als 3,65 US-Dollar pro Tag.
Papst Leo XIV. besucht Angola im Rahmen seiner aktuellen elftägigen Afrika-Reise. Von Samstag bis Dienstag sind in den Städten Luanda und Saurimo neben Begegnungen mit den staatlichen Autoritäten mehrere Gottesdienste geplant, ebenso der Besuch in einem Seniorenheim und ein Treffen mit den Priestern, Ordensleuten und Seelsorgern. Zu den zentralen Programmpunkten zählt der Besuch im Marienwallfahrtsort "Mama Muxima", einem der meistfrequentierten christlichen Pilgerorte südlich der Sahara.
Bischof: Papstbesuch "eine große Gnade"
Bischof Estanislau Chindecasse aus der Diözese Dundo sagte zu "Kirche in Not", es sei "eine große Gnade", dass Papst Leo XIV. nicht einmal ein Jahr nach Beginn seines Pontifikats Angola besuche. Er betonte, dass der Papst als Pilger der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens komme. "Das sind drei sehr wichtige und hochaktuelle Themen für unsere Kirche von heute", so der Bischof.
Papstvisiten erlebte das Land, das am Atlantik liegt und an Namibia, Sambia sowie beide Kongos grenzt, bereits zwei Mal: Johannes Paul II. besuchte Angola 1992, Benedikt XVI. im Jahr 2009. Die katholische Kirche ist in Angola allgegenwärtig. In dem christlich geprägten Land sind gut 40 Prozent der knapp 38 Millionen Einwohner Katholiken, dicht gefolgt von Protestanten mit knapp 40 Prozent.
Die katholischen Bischöfe erinnerten in ihrem Hirtenbrief daran, dass Angola als ältestes christlich missioniertes Gebiet von Subsahara-Afrika gilt. Auch der erste schwarzafrikanische Bischof, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts geweiht wurde, stammte aus dem Gebiet des heutigen Angola.
"Kirche in Not" hilft der Kirche in Angola seit Jahrzehnten bei zahlreichen Projekten. Neben der Renovierung von Kirchen, Kapellen und kirchlichen Einrichtungen unterstützt das Hilfswerk die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten, Priesteranwärtern und Laien. Hinzu kommt die praktische Hilfe für die Mobilität von Priestern und Katecheten durch Fahrzeuge und Motorräder, die für die Seelsorge in Regionen mit schlechten Straßenverhältnissen unverzichtbar sind.
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)
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