Kiew und Moskau melden viele Verstöße gegen Oster-Waffenruhe
12.04.202617:02
Ukraine/Russland/Konflikte/Krieg/Ostern
Vereinbarte 32-stündige Feuerpause im Ukraine-Krieg zu den orthodoxen Auferstehungsfeiern offenbar von beiden Seiten gebrochen
Kiew/Moskau, 12.04.2026 (KAP/KNA) Die Ukraine und Russland werfen einander den Bruch der knapp eineinhalbtägigen Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vor. Der Generalstab der ukrainischen Armee meldete am Sonntag, Russland habe in den ersten 15 Stunden der von Moskau verkündeten Feuerpause 2.299 Mal gegen sie verstoßen. Das russische Verteidigungsministerium sprach seinerseits von 1.971 Verletzungen der Waffenruhe durch die ukrainischen Streitkräfte.
Dem ukrainischen Rettungsdienst zufolge wurden am Sonntag zwei Zivilisten in einem Dorf bei Charkiw durch die Explosion einer russischen Drohne verletzt. Laut der Militärverwaltung der nordukrainischen Region Sumy traf eine Drohne einen Krankenwagen. Drei Sanitäter seien verletzt worden.
Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte zum Osterfest eine Waffenruhe ab Samstagnachmittag verkündet. Sie sollte am Sonntag um 24 Uhr (Ortszeit) enden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte darauf eine symmetrische Waffenruhe zu. Schon zuvor hatte er Moskau zu einer österlichen Feuerpause aufgerufen.
In Social-Media-Posts warf der ukrainische Generalstab den russischen Streitkräften 747 Angriffe mit Kamikazedrohnen und 1.045 Attacken mit einem anderen Drohnen-Typ während der Oster-Waffenruhe vor. Zudem habe man 28 Sturmangriffe und 479 Fälle von Beschuss gezählt. Angriffe mit Raketen und Gleitbomben seien dagegen nicht registriert worden, hieß es. Das Verteidigungsministerium in Moskau betonte, die russischen Truppen hätten die Waffenruhe strikt eingehalten.