Peru: Generalsekretär der Bischöfe tritt nach Vorwürfen zurück
11.04.202607:47
Peru/Kirche/Missbrauch/Justiz
Rücktritt soll zur Klärung von Missbrauchsbeschuldigungen beitragen
Lima, 11.04.2026 (KAP) In Peru ist ein Bischof nach Bekanntwerden schwerer Missbrauchsvorwürfe von seinem Amt als Generalsekretär der Bischofskonferenz zurückgetreten. Hintergrund ist ein Bericht des spanischen katholischen Nachrichtenportals InfoVaticana, in dem Anschuldigungen gegen den Bischof von Huacho, Antonio Santasiero Rosa, wegen sexuellen und psychischen Missbrauchs erhoben werden. Seinen Rücktritt als Bischof hat der 74-Jährige dem Portal "Religión Digital" zufolge bislang nicht eingereicht. Er weist die Anschuldigungen zudem entschieden zurück.
Wie die peruanische Bischofskonferenz am Donnerstag mitteilte, bat Bischof Santasiero um seine vorübergehende Entbindung von der Funktion. Dies geschehe "als Akt der Verantwortung gegenüber der institutionellen Mission", um zur Klärung der Vorwürfe beizutragen. Die Bischofskonferenz erklärte, man unternehme "alle notwendigen Anstrengungen zur Klärung der Vorwürfe" und handle dabei im Einklang mit kirchenrechtlichen und staatlichen Vorgaben. Details zu einem möglichen Verfahren wurden zunächst nicht genannt. Mögliche Betroffene von Missbrauch wurden zudem aufgerufen, sich bei den entsprechenden Anlaufstellen zu melden.
Laut dem Bericht von InfoVaticana umfasst die Anzeige Aussagen von zwei mutmaßlichen Betroffenen, darunter auch ein Priester. Ein Betroffener wirft dem Bischof vor, ihn als Minderjährigen im Umfeld des Knabenseminars von Huacho missbraucht zu haben. Dabei sei es zu unangemessenen Berührungen sowie zu Druck gekommen, der mit Versprechen von Stipendien und Arbeitsmöglichkeiten verbunden gewesen sei. Die Erlebnisse seien für ihn "traumatisierend" gewesen.
Ein weiterer Zeuge, ein Priester, schilderte laut Bericht psychische Manipulation und nicht einvernehmliches Verhalten mit sexuellem Bezug. Er gab an, bereits im November 2024 einen entsprechenden Bericht an den damaligen Präfekten des Dikasteriums für die Bischöfe übermittelt zu haben. Später sei dieser auch an Stellen im Vatikan weitergeleitet worden, eine Rückmeldung habe er jedoch nicht erhalten.
Der beschuldigte Bischof erklärte, er sei vor der Veröffentlichung nicht über die Vorwürfe informiert worden. In einer Stellungnahme wies er die Anschuldigungen "kategorisch" zurück, sie widersprächen seinem bisherigen Wirken als Priester und Bischof. Zugleich forderte er Einsicht in die vorliegenden Dokumente, um gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten zu können.