Osterbotschaft des Wiener orthodoxen Metropoliten Arsenios (Kardamakis) - Rund 500.000 orthodoxe Christen in Österreich feiern an diesem Sonntag Ostern
Wien, 11.04.2026 (KAP) Wahre Christinnen und Christen erkennt man daran, dass sie sich für den Frieden einsetzen. Das betont der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) in seiner diesjährigen Osterbotschaft. Die orthodoxen Christinnen und Christen feiern an diesem Sonntag das Osterfest. Der auferstandene Christus sei der "Fürst des Friedens", so der Metropolit und weiter: "Diejenigen, die den Krieg lieben und herbeiwünschen, können nicht in Beziehung zu Christus stehen". Friede entstehe nicht durch die Ausübung von Macht, sondern aus der Verwandlung des Herzens: "Wenn der Mensch mit österlicher Gesinnung lernt, im Antlitz des anderen einen Bruder zu erkennen, wird Versöhnung möglich und das Leben gelingt."
Zu Ostern werde deutlich, "dass der eigentliche Sinn und das Ziel des Menschen darin besteht, in der Gemeinschaft der Liebe mit seinem Schöpfer, mit seinen Mitmenschen und mit der gesamten Schöpfung zu existieren", schreibt der Metropolit. Wenn sich die Seele eines Menschn für die "Existenz der Liebe" öffne, welche Gott selbst sei, entdecke sie ihren wahren Horizont. "Wenn sie sich jedoch in sich selbst verschließt, schrumpft sie zusammen und gerät in Angst."
Das egozentrische Haften der Menschen an ihrem eigenen Willen verursache immer tiefe Wunden. Kriege, Konflikte und Unsicherheit würden die Geschichte verdunkeln. Menschen verlören ihre Heimat, die Sicherheit ihres Lebens und die Hoffnung auf die Zukunft. Die Auferstehung Christi aber führe weg von Gewalt und Zwietracht. Die Christen hätten die Verantwortung, "die Wahrheit der Liebe zu bewahren und sowohl mit Worten als auch mit Taten allen unseren Brüdern und Schwestern beizustehen, die unter den Schmerzen des Krieges, unter Verlust und Entwurzelung leiden".
Der zur Westkirche unterschiedliche Ostertermin der Orthodoxie geht auf verschiedene Berechnungsarten zurück. So bestimmen die Ostkirchen den Ostertermin nach dem alten Julianischen Kalender und nach einer anderen Methode als die Westkirchen, die sich an die Gregorianische Kalenderreform des 16. Jahrhunderts hält. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen. Manchmal feiern Ost- und Westkirche auch zum gleichen Datum das höchste Fest des Christentums. Das nächste gemeinsame Osterfest wird 2028 sein. Die Zahl der orthodoxen Christen in Österreich liegt Schätzungen zufolge bei etwa 500.000.