Kriegsbedingte Versammlungsbeschränkungen an Heiligen Stätten seit Donnerstag aufgehoben
Jerusalem, 10.04.2026 (KAP/KNA) In Jerusalem kann nach der Aufhebung der Versammlungsbeschränkungen die Feier des "Heiligen Feuers" am orthodoxen Karsamstag (11. April) ohne kriegsbedingte Einschränkungen stattfinden. Die israelische Polizei rechnet mit Tausenden Gläubigen und Besuchern in der Altstadt. Etwa 2.500 von ihnen dürfen nach Polizeiangaben die Grabeskirche betreten, ein paar Hundert weitere den Vorplatz. Die über 1.200 Jahre alte Liturgie des "Heiligen Feuers" am Samstagmittag gilt als Höhepunkt der ostkirchlichen Feiern in Jerusalem.
Die Polizei kündigte Straßensperrungen ab den frühen Morgenstunden an. Im gesamten Bereich der Altstadt sollen demnach hunderte Beamte im Einsatz sein. Die Kapazitätsgrenze für das Kirchengelände sei "in Übereinstimmung mit der Bewertung eines Sicherheitsingenieurs" unter Berücksichtigung von Faktoren wie Personendichte und Notausgängen festgelegt worden, "um eine gefährliche Überfüllung zu verhindern", so die Polizei.
Kirchliche Kritik an Begrenzungen
Behördlich verordnete Begrenzungen der Teilnehmerzahlen hatten in vergangenen Jahren zu Protesten einheimischer Christen sowie der Kirchenführer geführt. So hatte die Polizei 2022 zunächst eine Beschränkung auf höchstens 1.000 Menschen angekündigt, wogegen sich Vertreter der Christen Jerusalems sowie mehrerer orthodoxer Organisationen juristisch gewehrt hatten. Im vergangenen Jahr waren 2.750 Menschen in der Kirche sowie 4.200 Personen im unmittelbaren Gebiet um die Grabeskirche und auf den Dächern zugelassen.
Am orthodoxen Karsamstag entzündet sich in der Grabeskirche nach Volksglauben auf wundersame Weise eine Flamme in der als Grab Christi verehrten Kapelle. Das Feuer wird anschließend weitergereicht. In den Jahren vor der Pandemie hatte die Polizei die Zahl der Teilnehmer zu den Feiern wegen der beengten Verhältnisse sowie fehlender Notausgänge auf 10.000 Personen beschränkt.
Heilige Stätten seit Donnerstag wieder geöffnet
Nach fast sechs Wochen kriegsbedingter Schließung sind die Heiligen Stätten von Christen, Juden und Muslimen in der Jerusalemer Altstadt erst seit Donnerstag wieder öffentlich zugänglich. Gläubige dürfen Tempelberg und Klagemauer sowie die Grabeskirche wieder besuchen.
Die Liturgien der katholischen Kar- und Osterwoche in der Grabeskirche hatten wegen mit Blick auf die Sicherheitslage verordneten Versammlungsbeschränkungen hinter verschlossenen Türen und ohne Gemeinde stattfinden müssen. Auch das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan sowie das jüdische Pessach-Fest konnten an den Heiligen Stätten kriegsbedingt nur im kleinen Rahmen gefeiert werden.