Am Samstagabend Friedensgebet mit dem Papst im Petersdom
08.04.202614:29
Vatikan/Papst/Krieg/Frieden/Gebet
Ungewohnt scharf hatte Leo XIV. noch am Dienstagabend die Vernichtungsdrohung von US-Präsident Trump gegen den Iran verurteilt - Nach der nun angekündigten Waffenruhe zeigte er sich zufrieden und rief zum Gebet auf
Vatikanstadt, 08.04.2026 (KAP) Mit Blick auf die zahlreichen Kriege in der Welt hatte der Papst schon in seiner Botschaft am Ostersonntag zu einem großen Friedensgebet im Petersdom aufgerufen. Am Mittwoch teilte der Vatikan nun mit, die Einladung zur Gebetswache unter Leitung von Leo XIV. finde am Samstag (11. April) um 18 Uhr im Petersdom statt und richte sich "an alle Gläubigen". Auch in der Generalaudienz am Mittwoch erneuerte Papst Leo seine Einladung, mit ihm einen Moment des Gebetes für den Frieden zu teilen.
Bei seinem Auftritt vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz begrüßte er die Mittwochfrüh bekannt gewordene zweiwöchige Waffenruhe in Nahost zwischen den USA und dem Iran. "Ich rufe dazu auf, die schwierigen diplomatischen Bemühungen mit Gebet zu begleiten", sagte er. Nur durch Verhandlungen könne ein Ende der Feindseligkeiten erreicht werden. "Und ich hoffe, dass die Bereitschaft zum Dialog dazu beitragen kann, auch andere Konfliktsituationen in der Welt zu lösen", so der seit genau elf Monaten amtierende Papst.
Gegen "Hass und den Willen zur Zerstörung"
Noch am Dienstagabend hatte Leo XIV. mit seiner bisher weitreichendsten politischen Stellungnahme auf die jüngste Vernichtungsdrohung von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran reagiert und diese als "nicht akzeptabel" bezeichnet. Die Androhung weitreichender Vernichtung der Infrastruktur sei nicht nur ein Verstoß gegen das Völkerrecht, sondern zeige auch "Hass und den Willen zur Zerstörung", sagte der Papst vor Journalisten in Castel Gandolfo.
Dem sollten die Menschen den Einsatz für Frieden entgegensetzen, so das Kirchenoberhaupt. In einem für Päpste ungewöhnlichen Appell rief Leo XIV. ausdrücklich die Menschen in allen betroffenen Ländern auf, sich an ihre Regierungen und direkt "an ihre Kongressabgeordneten zu wenden und ihnen zu sagen, sie sollten den Krieg ablehnen".
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